logo e3building

[deutsch/english]

home
ziele
themen
sanierung
immobilien
fertigung
politik
partner
download
kontakt

6. Österr. Workshop

"Industrielle Vorfertigung: Bauen von der Stange?"
Zentrale Ergebnisse und Thesen

Industrialisierung - ein Weg aus der Krise?

Von der industriellen Vorfertigung im Bauen erwartet man sich eine Kostenreduktion durch eine Verkürzung der Bauzeit, eine bessere Qualität in der Ausführung, Witterungsunabhängigkeit am Bau und eine bessere Koordination von Planung und Ausführung. All diese Punkte wurden auch schon in der Vergangenheit angeführt. Es fehlt aber der wesentlichste Punkt: die Gesamtschau, d.h. die Verbindung mit Ökologie, Städtebau und Architektur.

Best-Practice Beispiele

  • Die österreichische Wohnbauvereinigung BUWOG realisierte in Wien-Leberberg, Ernst-Heiss-Gasse 3, einen Wohnbau im Betonfertigteilsystem nach dem modularen Bausystem des österreichischen Architekten Heinz Ekhart. Die Konstruktion besteht aus Porenbetondielen, die Deckenelemente wurden in Stahlbeton ausgeführt. Im Prinzip ist alles vorgefertigt und wird auf der Baustelle nur mehr montiert. Die Bauten bestehen aus einer Addition gleicher Elemente, Innen- und Außenraum gehen ineinander über. Es gibt keine Fassade, die sie trennt. Volle und offene Elemente wechseln sich ab. Es entsteht ein Spiel von Licht und Schatten. Das System lässt sich aufgrund seiner Dreidimensionalität jede Raumbildung und Höhenentwicklung zu.
  • Die österreichische Firma Kohlbacher hat ein Holwohnbausystem (HSK) speziell für den mehrgeschossigen Wohnbau entwickelt. Das HSK ist letztlich nichts anderes als ein systematisierter Grundbaustein, der Architekten und Bauherren die Möglichkeit gibt, dieses Bausystem individuell nach unterschiedlichen Anforderungen einzusetzen. Die systematisierten Grundbausteine betreffen Innenwand, Außenwand, Trennwand und Trenndecke als auch unzählige Anschlussdetails. Die Wände bestehen ausschließlich aus Massivholz. Es handelt sich um eine Mischbauweise zwischen Skelettbau- und Tiefbauweise, welche die Vorteile der Massivbauweise mit der Skelettbauweise vereint: es wird der hohe Vorfertigungsgrad der Skelettbauweise genützt und trotzdem 6 Zentimeter Massivholzbeplankung als speicherfähige Masse und Schallschutz mit Heraklith verwendet. Sämtliche Hölzer werden verleimt verwendet und brauchen keinen chemischen Holzschutz. Mit diesem Holzbausystem wurden bereits über 400 Wohnungen errichtet.

Mehr Vorfertigung - mehr Planungsaufwand

Der Vorfertigungsgrad beim Bauen muss erhöht werden, um kostengünstiger produzieren zu können. Höhere Vorfertigung erfordert aber auch einen höheren Planungsaufwand. Daher müsste mehr als bisher in Planungsprozesse investiert werden. Eine industrielle Vorfertigung bedingt gewisse präzise Festlegungen im Planungsprozess. Eine gewerkübergreifende Optimierung muss dabei angestrebt werden.

Vorfertigung heißt somit, in die Vorarbeit zu investieren, damit sie anschließend besser abläuft. Planungstiefe und Organisationstiefe müssen erhöht werden und Schnittstellen für eine gewerkübergreifende Optimierung und Kooperation müssen definiert werden.

Mangelnde Kooperation zwischen Planung und Ausführung

Es herrscht eine mangelnde Kooperation zwischen Planungs- und Ausführungsseite vor, die eine Entwicklung vorgefertigter Bausysteme hemmt. Daher sollen in Zukunft klare Formen der Planungskooperation angestrebt und neue Schnittstellen zwischen Planung und Ausführung definiert werden. Ein Vorschlag wäre, ausführende Firmen stärker in die Detailplanung einzubinden.

Hohe Qualitätsstandards zu niedrigen Preisen

Einer der wichtigsten und nicht zu vernachlässigenden Argumente der Vorfertigung im Bauen ist, dass vorgefertigte Produkte hohe Qualitätsstandards auf breiter Ebene sichern können. Darauf sollte verstärkt hingearbeitet werden und damit sollte auch verstärkt argumentiert werden.
Auch eine bessere Ressourceneffizienz im Bauen kann durch die Vorfertigung zum Standard werden: durch energieeffiziente Systeme, einer Produktion mit ökologischen Grundstoffen und materialeffizienten Produktionsweisen. Dagegen spricht, dass weitere Transportwege in der Herstellung der Bausysteme entstehen könnten, denn Vorfertigung bedeutet auch, dass einzelne Produktionsschritte europa- bzw. weltweit laufen.

Individualität erhalten

Vorfertigung muss vom Begriff der Massenproduktion entkoppelt werden. Die Herausforderung der Zukunft für die industrielle Vorfertigung liegt darin, Individualität als Maßstab heranzuziehen und Nutzerbedürfnisse zu berücksichtigen. Es darf die Individualität des Wohnens der künftigen Bewohner nicht unter einer starren Modulbauweise leiden. Nachrüstbare Systeme mit austauschbaren Komponenten ermöglichen eine flexiblere Nutzung.

Hohe Flexibilität bei vorgefertigtem Stückwerk

Im vernünftigen Einsatz von vorgefertigten Stückwerken sehen die Experten die Zukunft der Vorfertigung. Denn dieser Einsatz entspricht einer nachhaltigen Flexibilität und erlaubt trotz Vorfertigung Individualität. Vorgefertigte Komplettsysteme haben gegenüber vorgefertigten Stückwerken ihre Grenzen, wenn es versäumt wird, sie weiter zu entwickeln. Sie können nur dann Bestand haben, wenn sie sich mit Neuerungen mitentwickeln.

Vorfertigung in der Sanierung

Vorfertigung in der Sanierung findet momentan nicht statt. Vielmehr beschäftigt man sich mit der Reparatur bestehender Baumängel von Gebäuden und hier vor allem mit der thermischen Gebäudesanierung. Umfassende Sanierungskonzepte fehlen. Deshalb muss in einem ersten Schritt erforscht werden, für welche Häuser vorgefertigte Systeme in der Sanierung überhaupt in Frage kommen, wie beispielsweise Fassadengesamtlösungen inklusive Fenster, Vollwärmeschutz, Rolläden etc. Darüber hinaus stellt die derzeitige Ausgestaltung von Mietrechtsgesetz, Wohnungseigentumsgesetz und Denkmalschutz für die Vorfertigung in der Sanierung ein Hemmnis dar.

Veränderung der Unternehmenslandschaft wird erwartet

Von der Entwicklung zu einem ganzheitlichen Produktionsmanagement in der Baubranche - wovon die Vorfertigung ein Teil ist - erwarten sich die Experten eine radikale Veränderung der Unternehmenslandschaft in Richtung Clusterbildungen. Es wird die lokalen Unternehmen in der Form, wie es sie heute gibt, nicht mehr geben - zugunsten von Konsortien.

e3building-Workshops
1. Österr. Workshop1. Österr. Workshop:
"e3building - Ein Netzwerk für die gesamte Baubranche"
2. Österr. Workshop2. Österr. Workshop
"Sanierung des Gebäudebestandes der letzten Jahrzehnte"
3. Österr. Workshop3. Österr. Workshop
"Gebäudebewertung - Mehr Wert, mehr Umwelt und weniger Schaden durch Total Quality Management"
4. Österr. Workshop4. Österr. Workshop
"gebaut 2020 - wohnträume von heute?"
5. Österr. Workshop5. Österr. Workshop
"TQ - Total Quality: Das Österreichische Gebäudezertifikat"
6. Österr. Workshop6. Österr. Workshop
"Industrielle Vorfertigung: Bauen von der Stange?"
ExpertInnen-ForumExperten-Forum
"Wohnbaupolitik und Förderinstrumentarium: Qualität für die Zukunft"
downloads download

logo haus der zukunftHaus der Zukunft

Im Auftrag des Bundesmininisteriums für Verkehr, Innovation und Technologie
e3building ist ein Netzwerk der Eureka-Initiative PREPARE
logo bmvit logo prepare logo ecology
updated: 04.03.2009