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6. Österr. Workshop
"Industrielle Vorfertigung: Bauen von der Stange?" Industrialisierung - ein Weg aus der Krise?Von der industriellen Vorfertigung im Bauen erwartet man sich eine Kostenreduktion durch eine Verkürzung der Bauzeit, eine bessere Qualität in der Ausführung, Witterungsunabhängigkeit am Bau und eine bessere Koordination von Planung und Ausführung. All diese Punkte wurden auch schon in der Vergangenheit angeführt. Es fehlt aber der wesentlichste Punkt: die Gesamtschau, d.h. die Verbindung mit Ökologie, Städtebau und Architektur. Best-Practice Beispiele
Mehr Vorfertigung - mehr PlanungsaufwandDer Vorfertigungsgrad beim Bauen muss erhöht werden, um kostengünstiger produzieren zu können. Höhere Vorfertigung erfordert aber auch einen höheren Planungsaufwand. Daher müsste mehr als bisher in Planungsprozesse investiert werden. Eine industrielle Vorfertigung bedingt gewisse präzise Festlegungen im Planungsprozess. Eine gewerkübergreifende Optimierung muss dabei angestrebt werden. Vorfertigung heißt somit, in die Vorarbeit zu investieren, damit sie anschließend besser abläuft. Planungstiefe und Organisationstiefe müssen erhöht werden und Schnittstellen für eine gewerkübergreifende Optimierung und Kooperation müssen definiert werden. Mangelnde Kooperation zwischen Planung und AusführungEs herrscht eine mangelnde Kooperation zwischen Planungs- und Ausführungsseite vor, die eine Entwicklung vorgefertigter Bausysteme hemmt. Daher sollen in Zukunft klare Formen der Planungskooperation angestrebt und neue Schnittstellen zwischen Planung und Ausführung definiert werden. Ein Vorschlag wäre, ausführende Firmen stärker in die Detailplanung einzubinden. Hohe Qualitätsstandards zu niedrigen PreisenEiner der wichtigsten und nicht zu vernachlässigenden Argumente der Vorfertigung im Bauen ist, dass vorgefertigte Produkte hohe Qualitätsstandards auf breiter Ebene sichern können. Darauf sollte verstärkt hingearbeitet werden und damit sollte auch verstärkt argumentiert werden. Individualität erhaltenVorfertigung muss vom Begriff der Massenproduktion entkoppelt werden. Die Herausforderung der Zukunft für die industrielle Vorfertigung liegt darin, Individualität als Maßstab heranzuziehen und Nutzerbedürfnisse zu berücksichtigen. Es darf die Individualität des Wohnens der künftigen Bewohner nicht unter einer starren Modulbauweise leiden. Nachrüstbare Systeme mit austauschbaren Komponenten ermöglichen eine flexiblere Nutzung. Hohe Flexibilität bei vorgefertigtem StückwerkIm vernünftigen Einsatz von vorgefertigten Stückwerken sehen die Experten die Zukunft der Vorfertigung. Denn dieser Einsatz entspricht einer nachhaltigen Flexibilität und erlaubt trotz Vorfertigung Individualität. Vorgefertigte Komplettsysteme haben gegenüber vorgefertigten Stückwerken ihre Grenzen, wenn es versäumt wird, sie weiter zu entwickeln. Sie können nur dann Bestand haben, wenn sie sich mit Neuerungen mitentwickeln. Vorfertigung in der SanierungVorfertigung in der Sanierung findet momentan nicht statt. Vielmehr beschäftigt man sich mit der Reparatur bestehender Baumängel von Gebäuden und hier vor allem mit der thermischen Gebäudesanierung. Umfassende Sanierungskonzepte fehlen. Deshalb muss in einem ersten Schritt erforscht werden, für welche Häuser vorgefertigte Systeme in der Sanierung überhaupt in Frage kommen, wie beispielsweise Fassadengesamtlösungen inklusive Fenster, Vollwärmeschutz, Rolläden etc. Darüber hinaus stellt die derzeitige Ausgestaltung von Mietrechtsgesetz, Wohnungseigentumsgesetz und Denkmalschutz für die Vorfertigung in der Sanierung ein Hemmnis dar. Veränderung der Unternehmenslandschaft wird erwartetVon der Entwicklung zu einem ganzheitlichen Produktionsmanagement in der Baubranche - wovon die Vorfertigung ein Teil ist - erwarten sich die Experten eine radikale Veränderung der Unternehmenslandschaft in Richtung Clusterbildungen. Es wird die lokalen Unternehmen in der Form, wie es sie heute gibt, nicht mehr geben - zugunsten von Konsortien. |
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updated: 04.03.2009 webmaster: sutter@ecology.at
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